Billstedter Wurzeln oder wie das Werk begann...

Wurzeln sieht man meist nicht, aber sie sind unentbehrlich für die Versorgung, die Standfestigkeit und das Wachstum. Auch die "Kirche ohne Turm" hat solche Wurzeln. Sie reichen zurück bis in das letzte Jahrhundert und sind zurückzuführen auf die ersten Aktivitäten der ehemaligen Gemeinde Eilbek (Eben-Ezer-Kirche, Kibitzstrasse). 

Auf vielseitigen Wunsch habe ich aus den Hinweisen von einigen “Alt-Billstedtern” (u. a. Rolf Schäfer und Irmgard Juschus) sowie aus den mir vorliegenden Protokollbüchern und Festschriften eine kurze Billstedt-Chronik zusammengestellt. Sie soll uns zeigen, dass wir nicht nur zurückschauen können auf die Zeit ab unserer Selbstständigkeit 1982. Schon weit vorher gab es in Billstedt (vorher Schiffbek) Gemeindearbeit mit bemerkenswerten Tiefenwirkungen und beachtenswerten Persönlichkeiten. 

Im Blick darauf kann Gemeindegeschichte auch immer als ein Ausschnitt oder Einschnitt der eigenen individuellen Geschichte verstanden werden. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Billstedter sich mit dem identifizieren können, was mit und unter uns geschieht und somit die Geschichte Gottes mit seiner Gemeinde auch immer verwoben bleibt mit der Geschichte einzelner Menschen.

Christoph Güra
 
Gemeindechronik Billstedt - ein Überblick

August 1890
Beginn der Gemeindearbeit in Schiffbek (heutiges Billstedt) als Station der Muttergemeinde (Eben-Ezer-Gemeinde), Hamburg-Kibitzstrasse (heute EFG Hamburg-Fuhlsbüttel) unter dem damaligen Prediger Koch und Diakon/Ältesten J. G. Lehmann, Ph. Bickel (Freund von John D. Rockefeller), W. Lehst, in den Räumlichkeiten der Jutefabrik

Zusammenkünfte in der Warteschule mit Andachten/Predigten und Sonntagschule

Zusammenkünfte in den Wohnungen mit Andachten/Predigten und Sonntagschule

ab Januar 1895
1. Saalanmietung in einem Lokal in Billstedt
(Billstedt wird erstmalig als Station bezeichnet, die auf Grund ihrer Nähe zum Seminar auch als “Studentenstation” beschrieben wird, da Schiffbek oft von den Studenten “bedient” wurde, andererseits die Frauen aus Schiffbek - u. a. Lina Füllbrandt - die die “Leibwäsche" der Studenten instand hielten”)

25.10.1925
Adolf Thiel wird von der Muttergemeinde als Zweitprediger für die Stationen Barmbek, Rothenburgsort, Schiffbek und Rahlstedt eingesetzt; Kassierer ist B. Bischke.

04.12.1932
Emil Przygodda wird Pastor der Muttergemeinde

ab 01.04.1933
2. Saalanmietung im Rahlstedter Weg 28
(heute: Schiffbeker Weg)

08.10.1939
Herbert Gudjons 
wird Pastor der Muttergemeinde

27. - 28.07.1943
Ausbombung der Kapelle Kibitzstrasse

19.09.1943
Wiederaufnahme der Arbeit der Stationen Schiffbek und Rahlstedt (zunächst in Form von Stubenversammlungen), danach Unterkunft in Notquartieren, z. B. Schule Möllner Landstraße 25, Jugendheim Kirchlinden, Schule Oststeinbeker Weg (Musikpavillion)
(u. a. Evangelisation mit Georg Würfel und anderen)

bis ca. 1950
August Lisowski (Vater von Helene Krebs, geb. Lisowski)
Ältester/Leiter der Zweiggemeinde/Station Billstedt

02.01.1955
Walter Feldkirch
wird Pastor der Muttergemeinde

1955
Gründung einer Sonntagschularbeit in Billbrook

19.03.1961
Herbert Gudjons
wird Pastor (zum zweiten Mal) der Muttergemeinde

bis 1965
Heinz Krebs
Ältester/Leiter der Zweiggemeinde Billstedt

ab 1965
Rolf Schäfer
Ältester/Leiter der Zweiggemeinde Billstedt

1967
August Blank
(Vater von Irmgard Juschus)
macht auf Kaufmöglichkeit des Grundstückes Möllner Landstraße 187 a aufmerksam.

01.11.1967
Erste Besichtigung des Grundstückes Möllner Landstraße 187 a (Eigentümer Elektromeister Paul Klemm) u. a. durch Herbert Gudjons (Pastor Fuhlsbüttel), Heinz Krebs (Billstedt) und August Blank (Billstedt)

09.11.1967
Vorstandssitzung in Fuhlsbüttel zum Thema “Bauen in Billstedt”

01.12.1967
Bauanfrage an Bauamt wegen
“Bau eines Gemeindehauses in der Möllner Landstraße 187 a”

07.01.1968, 11.30 Uhr
Vorstandssitzung in Fuhlsbüttel
(9 Brüder).
Besprechung mit erster Bauzeichnung von Bruder Walter Spolwing (Architekt, Mitglied der Gemeinde in Fuhlsbüttel)

17.04.1968

Besprechung der Bauanfrage im Bauamt Hamburg-Mitte

23.04.1968
Bauantrag für Bau eines Gemeindehauses

16.10.1969
Vorstand Fuhlsbüttel berät die weitere Bauplanung und Finanzierung, beruft Gemeindeversammlung ein.
 
19.11.1969
Gemeindeversammlung in Fuhlsbüttel mit Baubeschluss (Bußtag). 

Finanzierungsvorlagen werden erarbeitet in Höhe von zunächst 193 TDM Finanzrahmen. Einsparungen werden erarbeitet (z. B. kein Taufbecken, billigere Heizung, u. ä.) bis 180 TDM.
Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke durch Bruder Gudjons an 33 Firmen.

09.09.1970
Grundsteinlegung für Bau des Gemeindehauses (mit Versammlungs-räumen und einer kleinen Wohnung) mit den Billstedtern und Brüdern Gudjons und Spolwing

28.02.1971
Einweihung des Gemeindehauses durch Bruder Würfel.
Gesamtkosten 260 TDM

01.04.1971 - 1976
Berufung des Missionsarbeiters Dieter Vogt (bisher Prediger der Evangelischen Gesellschaft) für Jugendheimarbeit in Fuhlsbüttel und Missionsarbeit in Billstedt (in dieser Zeit Mitgliederzuwachs von ca. 60 auf 125)

07.04.1974
Herbert Meißner wird Pastor der Muttergemeinde

1976 - 1979
Dienstbeginn 1. Pastor Hans Fritz 
(Vikariatszeit; vorher Seminarist)

30.04.1978
Heinz Krebs
Ältester/Leiter der Zweiggemeinde Billstedt

22.04.1980
Wolfgang Stiehl
Ältester/Leiter der Zweiggemeinde Billstedt

24.05.1981
Hauskaufbeschluss für Pastorat
“Am Hünengrab 55” in Glinde.

27.06.1981
Einzug Familie Blau in das Pastorat
“Am Hünengrab 55”, Glinde.

01.07.1981
Dienstbeginn 2. Pastor Hans Blau
(vorher Salzgitter-Lebenstedt)

20.05.1982
Bundesratstagung und -konferenz in Siegen. Billstedt wird selbstständige Gemeinde im Bund.

04.03.1984
Rolf Schäfer
Ältester/Gemeindeleiter der
EFG Hamburg-Billstedt

30.11.1988
Dienstende von Pastor Hans Blau
(nach Herne/Wanne-Eikel)

Dezember 1988
Verkauf des Hauses “Am Hünengrab 55” (Glinde) an den Bund

1988 - 1990
Hans-Georg Krah
(Lehrer, Mitglied der EFG Geesthacht) übernimmt Predigtdienste und Bibelunterricht in Billstedt

17.06.1990
Christoph Güra
Ältester/Gemeindeleiter der
EFG Hamburg-Billstedt

06.07.1990
Abriss des Behelfsheimes auf dem hinteren Grundstücksteil (ehemals Wohnung des Grundstück-Vorbesitzers Paul Klemm (Leibrentenregelung)).

24.08.1990
Vorvertrag für Hauskauf Wegkoppel 13 mit Otto und Lotte Wendland,
anschließend Hauskauf Wegkoppel 13 zum Gesamtpreis von 380 TDM
(300 TDM sofort; 80 TDM Stundung auf 10 Jahre).

01.09.1990
Dienstbeginn 3. Pastor Reiner de Vries
(vorher EBM Missionar in Freetown, Sierra Leone)

16.10.1994
Erster Taufgottesdienst in Billstedt mit mobilem Taufbecken.
(Carola Pflieger und Bodo Schultz)

07. - 10.05.1997
Bundesrat in Hamburg und Verabschiedung des Theologischen Seminars aus Hamburg

23.08.1998
Verabschiedung von Geschwister de Vries (nach EFG Stuttgart-Forststraße)

01.07.1999
Dienstbeginn 4. Pastor Stephan Aust
(vorher EFG Braunschweig-Kälberwiese)

02.07.2000
Dr. Klaus Goosmann
wird zum Gemeindeleiter der
EFG Hamburg-Billstedt gewählt.

Herbst 2002
Erweiterung der Räumlichkeiten durch Kauf des Nachbarhauses
(Möllner Landstraße 189).

28.11.2010
Jörg Milla wird zum Gemeindeleiter der EFG Hamburg-Billstedt gewählt (Bestätigung des Vorschlages der Gemeindeleitung).